Pressemitteilung vom 20. Februar 2017

Wenn die Narren feiern

In der närrischen Zeit muss der Chef doch Verständnis dafür haben, dass weniger gearbeitet und mehr gefeiert wird - oder nicht? Anita Christl, Fachberaterin Arbeitsrecht bei der Industrie- und Handelskammer Schwaben: „Das Arbeitsrecht wird an den närrischen Tagen nicht außer Kraft gesetzt. Deshalb gilt für jeden Arbeitnehmer, pünktlich und ohne Rest-Alkohol bei der Arbeit zu erscheinen.“
Die IHK-Expertin weiter: „Es steht natürlich jedem Arbeitnehmer frei, an den tollen Tagen ausgedehnt zu feiern. Der Arbeitnehmer muss jedoch entweder Urlaub beantragen oder bei Vorliegen eines Gleitzeitkontos einen Gleittag mit dem Chef vereinbaren. Der Faschingsdienstag ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern "normale" Arbeitszeit.“
Zur Faschingszeit wird in der Gastronomie oder im Verkauf oftmals das Tragen von Faschingshütchen oder -masken während der Arbeitszeit gewünscht. „Hier sind Vorgesetzte und Mitarbeiter selbst verpflichtet, darauf zu achten, dass die jeweiligen Sicherheits- und Hygienebestimmungen auch mit Faschingskostüm eingehalten werden“, so die Expertin.
Bei Faschingsfeiern im Betrieb sind vor allem die Aspekte des gesetzlichen Unfallversicherungsschutzes zu beachtet. Die IHK-Expertin: „Wenn eine Faschingsfete als Betriebsfeier gelten soll und damit  unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, muss es sich um eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung handeln. Diese muss vom  Arbeitgeber selbst oder in seinem Auftrag organisierte werden, beispielsweise vom Betriebsrat.“ Weiter zu beachten ist, dass das Programm alle Mitarbeiter mit dem Ziel anspricht, die Kollegialität und betriebliche Verbundenheit der gesamten, Mannschaft‘ zu fördern. Wenn nicht der ganze Betrieb, sondern nur eine Abteilung feiern möchte, gilt die Feier auch dann als Betriebsfeier, wenn alle Beschäftigten der Abteilung eingeladen sind. „Nach Veranstaltungsende gilt der gesetzliche Versicherungsschutz auch auf dem Nachhauseweg, außer bei Unfällen die infolge übermäßigen Alkoholkonsums entstehen“, so die IHK-Expertin.