Pressemitteilung vom 13. März 2017

Schwäbische Exportwirtschaft setzt Hoffnung in USA-Reise

Über 600 schwäbische Unternehmen mit regelmäßigen Geschäftsbeziehungen in die USA werden das erste Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Donald Trump aufmerksam beobachten. „Das wirtschaftspolitische Agieren der neuen US-Administration, insbesondere die „America-first-Politik“ führt zu Unsicherheit der Unternehmer“, so Axel Sir, Auslandsexperte der IHK Schwaben.
Sir weiter: „Die Unternehmen erhoffen sich vor allem von dem ersten Aufeinandertreffen von Merkel und Trump ein klares Bekenntnis zum Freihandel. Dennoch bereiten sich viele Firmen parallel aktiv auf die eventuell kommenden US-Marktzugangshürden vor. Die Anfragen und Individualberatungen zum US-Markt nehmen derzeit deutlich zu.“
In 2016 lag das Handelsvolumen zwischen Bayern und den USA bei über 32 Mrd. Euro. „Unsere Ausfuhren sind in den letzten Monaten mit rund 10 Prozent zwar leicht rückläufig, aber insgesamt betreiben die schwäbischen Firmen ihr US-Geschäft derzeit größtenteils weiterhin als ‚business as usual‘. Dennoch ist erkennbar, dass die fehlende Verlässlichkeit absolutes Gift, vor allem für Investments ist“, so Sir.
Aus den derzeitigen Beratungsanfragen der Unternehmen wird deutlich, was sich die schwäbische Wirtschaft mit US-Geschäft von dem ersten Treffen zwischen Merkel und Trump erwartet.
Keine zusätzlichen Import-Restriktionen
Hier sind zu allererst, die von Trump immer wieder ins Spiel gebrachten hohen Zusatzzölle auf Importwaren gemeint. Diese verstießen nicht nur gegen internationale Handelsvereinbarungen, sondern träfen auch schwäbische Exporte unmittelbar. Auch mögliche Verschärfungen bei Produktzertifizierungen, „Buy America“-Klauseln oder Importabwicklungsverfahren würden zu erhöhten Zeit- und Kostenaufwand führen, die gerade die mittelständische Firmen träfen.
Reisefreiheit erhalten
Das jüngste Hickhack um die Dekrete Trumps zu umfangreichen Einreisebeschränkung besorgt viele schwäbische Exportmanager, da dies schnell Auswirkungen auf Geschäftsreisen, vor allem auf Montage- und Serviceeinsätze haben kann. US-Kunden erwarten nicht nur hohe Produktqualität, sondern auch sofortigen vor Ort- Service im Bedarfsfall. Schon heute stellen, die dafür einzuhaltenden US-Visa- und Arbeitsvorschriften eine Herausforderung dar.
EU als Einheit respektieren
Die Anstrengungen in vielen Mitgliedsstaaten der EU, diese weiterhin als funktionierende Einheit zu erhalten, sind groß – vor allem in Deutschland. Auch der wirtschaftliche Erfolg Schwabens ist damit eng verknüpft. Versuche des US-Präsidenten, diesen Status durch z.B. bilaterale Verträge mit einzelnen EU-Mitgliedern zu schwächen, wären deutlich kontraproduktiv.
Daher bietet die IHK Schwaben neben Infomaterial zum Geschäftsaufbau und zur Niederlassungsgründung in den USA, auch eine eigene IHK Spezial – Veranstaltung zu den aktuellen Rahmenbedingungen am 4. April in Augsburg an. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie von Heide Becker, Geschäftsfeld International unter Tel. 0821 / 3162 – 359.