Pressemitteilung vom 11. April 2017

Widerstand gegen das Outlet in Jettingen-Scheppach

Der Widerstand gegen das Outlet wächst – Nachbarkommunen und Wirtschaft in Sorge.
Mit Sorge blicken die Städte Günzburg und Burgau auf die Entwicklungen in Jettingen-Scheppach. Dort sollen nach dem Willen der Marktgemeinde die Verkaufsflächen für das bestehende Outlet im Gewerbegebiet Scheppach Nord weiter wachsen. Im Kern geht es um sechs weitere Ladeneinheiten mit einer Gesamtverkaufsfläche von 1.100 m². Mit insgesamt über 4.500 m² wäre man damit über der von der Regierung von Schwaben genannten Grenze von 3.000 m², ab der ein Vorhaben negative Auswirkungen auf zentralörtliche Versorgungsstrukturen aufweist.
„Diese Entwicklung ist nicht länger hinnehmbar! Die geplante Erweiterung steht jeglichen Bestrebungen der Innenstadtbelebung Günzburgs und der umliegenden Kommunen entgegen“, so der Günzburger Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Genauso sieht es sein Kollege Konrad Barm in Burgau: „Was unsere Nachbarkommune hier macht ist unverantwortlich!“. Mit der geplanten Erweiterung stehe zu befürchten, dass sich die Ausgangssituation für die umliegenden Kommunen in Bezug auf den stationären Handel deutlich verschlechtere.
Oberbürgermeister Gerhard Jauernig will dem nicht länger tatenlos zusehen. Schnelles Handeln sei hier gefordert. Aus diesem Grund prüfen die Städte Burgau und Günzburg derzeit eine Klage gegen die Planungen in Jettingen-Scheppach, falls die Regierung von Schwaben und das Landratsamt Günzburg dem Vorhaben nicht Einhalt gebieten.
In einem Spitzengespräch haben sich die Stadt Günzburg und die IHK Schwaben darauf verständigt, gemeinsam auf eine rechtliche Überprüfung der angestrebten Erweiterung des Outlets Jettingen-Scheppach hinzuwirken. So beobachte man die stetige Vergrößerung dieses Handelsstandortes bereits seit einiger Zeit mit Sorge.
„Schon jetzt steht der stationäre Handel und vor allem der innerstädtische Handel mit dem Rücken zur Wand!“, so Hermann Hutter Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg. „Gerade das Outlet in Jettingen-Scheppach schade aufgrund der Sortiments-zusammensetzung den umliegenden Innenstädten, denn hier werden vor allem Sortimente angeboten, die so in jedem Zentrum zu finden sind.“ Wenn wir auch in Zukunft attraktive Innenstädte wollen – und das sollte unser gemeinsames Ziel sein – dann dürfen wir ihnen das Wasser nicht weiter abgraben, sondern müssen alles dafür tun, dass sie eine faire Chance haben“, appelliert Hutter an alle Beteiligten.
Ähnlich wird die Situation beim Handelsverband (HBE) gesehen. „Die Landesplanung wird im vorliegenden Fall komplett ausgehebelt!“, so Wolfgang Puff Bezirksgeschäftsführer des HBE für Schwaben. „Hier  muss man zu dem Schluss kommen, dass es sich um ein Einzelhandelsgroßprojekt handelt, das einheitlich vermarktet wird und aufgrund der nun er-reichten Dimension nicht nur Auswirkungen auf Jettingen-Scheppach selbst hat, sondern auch die noch intakten  Innenstädte der umliegenden Städten erheblich schwächen wird.“
Einig sind sich IHK Schwaben und HBE, dass nun vor allem die Aufsichts- und Genehmi-gungsbehörden gefordert seien, konkrete Vorgaben im Sinne der Planungssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.