Pressemitteilung vom 18. Mai 2017

Iran – Wahlen: Schwabens Exporteure hoffen auf Reformen

Am 19. Mai 2017 finden im Iran Präsidentschafts- und Kommunalwahlen statt. Von der kommenden Regierung werden sowohl national als auch international effektive Reformen erwartet.
Nach den Lockerungen der Liefersanktionen infolge des internationalen Atomdeals mit dem Iran im Juli 2015 herrschte auch bei schwäbischen Exporteuren deutliche Aufbruchsstimmung mit großen Hoffnungen auf eine zügige Rückkehr zu den ehemals guten Geschäften mit dem Iran. „Doch leider erleben wir bisher statt Durchbruch eher Ernüchterung“, beklagt Axel Sir, Außenwirtschaftsexperte der IHK Schwaben die aktuelle Situation.
Zwar stieg das Handelsvolumen zwischen Bayern und dem Iran letztes Jahr auf rund 290 Millionen EUR, ist damit aber nur halb so hoch wie noch vor zehn Jahren. „Gerade unserer schwäbischen Exporteure aus Branchen wie Maschinenbau, Automatisierungstechnik, Infrastruktur, Umwelttechnologie oder Nahrungsmittel haben sich da deutlich mehr erwartet“ betont Sir.
Hatten vor den Sanktionen rund 300 schwäbische Firmen regelmäßige Geschäftsbeziehungen in den Iran, so ist es bislang nur maximal ein Drittel, schätzt der IHK-Experte.
Großes Marktpotential, viele Hürden
Nach wie vor steht des Land ganz oben auf der Wunschliste vieler schwäbischer Exportmanager: immenser Nachhol- und Investitionsbedarf in den meisten Industrie- und Konsumbereichen, hoher Devisenbestand und eine Vorliebe für Produkte „Made in Germany“ sprechen eindeutig für Geschäftsanbahnungen. Doch nach wie vor gegebene Teilsanktionen, die Weigerung der meisten Geschäftsbanken an Finanzierung und Geldtransfer mitzuwirken, Intransparenz der Markt- und Entscheider-Strukturen im Iran, aber auch rechtliche und kulturelle Besonderheiten verhindern bislang häufig deren Erfolg.
Nur Reformen können helfen
„Die neugewählte iranischen Regierung wird sich diesen Herausforderungen zügig stellen müssen, um die eigene Wirtschaftsstagnation aufzulösen, die hohe Arbeitslosigkeit besonders unter der jungen Bevölkerung einzudämmen, die Liberalisierung voranzutreiben und Transparenz zu schaffen. Nur so werden auch schwäbische Geschäftspartner in größerer Zahl zurückkehren können und dringend benötigten Investitionen mitbringen“, unterstreicht Sir.