Pressemitteilung vom 24. April 2017

Positiver Ausgang für Macron stärkt auch schwäbische Wirtschaft

Rund 630 schwäbische Firmen unterhalten regelmäßige Geschäftsbeziehungen mit Frankreich, über 170 davon mit eigener Präsenz vor Ort. Mit einem Exportvolumen von mehr als 12,6 Milliarden Euro im Jahr 2016 ist das Land der fünftwichtigste Absatzmarkt für Produkte „Made in Bavaria“ weltweit. Gleichzeitig importiert der Freistaat für rund 6,5 Milliarden Euro jährlich von dort. „Die Handelsbeziehungen zwischen Schwaben und Frankreich sind eng und traditionell. Das gilt quer durch alle Branchen, insbesondere Maschinenbau und Automatisierungstechnik, den Kfz-Zulieferbereich und Flugzeugbau, aber auch Lebensmittel- und Verpackungstechnologie, Infrastruktur, IT und Logistik“, unterstreicht Axel Sir, Außenwirtschaftsexperte der IHK Schwaben.
Stabilität aber auch Mahnung
Das gute Abschneiden des Wirtschaftsexperten und EU-Befürworters Emmanuel Macron beim gestrigen ersten Wahlgang zur französischen Präsidentschaftswahl lässt laut Sir viele heimische Unternehmer aufatmen. Es ist ein Signal für Kontinuität und Verlässlichkeit der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. „Ein sehr positives Signal auch für den EU-Binnenmarkt, von dem auch die schwäbischen Firmen stark profitieren. Als produktions-orientierte Region verdienen unsere Firmen in diesem Sektor mehr als jeden zweiten Euro im Auslandsgeschäft – und das bevorzugt in den Nachbarmärkten“, so Sir. 
Allerdings stimmten bei hoher Wahlbeteiligung etwa 40 Prozent für EU-feindliche Kandidaten. „Ein weiteres deutliches Signal für die Notwendigkeit von mehr Reformen auf EU-Ebene“, so Sir
Markterschließung und –bearbeitung oft schwierig
Trotz guter Geschäftsmöglichkeiten sehen sich ausländische Anbieter in Frankreich oft mit hohen Hürden konfrontiert. Insbesondere die Mitarbeiterentsendung beispielsweise für Montage oder Wartungsarbeiten erfordern zeit- und kostenintensive Bürokratie im Vorfeld. Bereits dort ansässige Firmen sehen sich mit oft starren arbeits- und sozialrechtlichen Vorgaben konfrontiert. „Die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit Frankreichs und seine starke Rolle in der EU wird entscheidend davon abhängen, ob dem kommenden Staatsoberhaupt Reformen hierzu gelingen“, so Sir.