24. Oktober 2016

IHK Rechtstipp: Urlaub verfällt zum Ende des Kalenderjahres

Alle Urlaubstage des Jahres 2016 müssen grundsätzlich bis zum Ende des Jahres 2016 gewährt und genommen werden. Der Urlaubsanspruch verfällt regelmäßig ersatzlos zum Ende des Kalenderjahres. So sieht es die gesetzliche Regelung im Bundesurlaubsgesetz vor.
Urlaubsübertragung in das nächste Kalenderjahr
„Unter bestimmten Bedingungen kann der Resturlaub auf das nächste Kalenderjahr übertragen werden“, sagt Anita Christl, Fachberaterin im Beratungszentrum Recht und Betriebswirtschaft der IHK Schwaben. Kann der Arbeitnehmer aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen den Resturlaub im Jahr 2016 nicht mehr nehmen, sieht das Gesetz eine Übertragung bis zum 31. März des Folgejahres vor. Dem „Horten“ von Urlaubstagen aus vergangenen Jahren sind demnach Grenzen gesetzt.
Ein Übertragungsgrund besteht beispielsweise dann, wenn durch eine sprunghaft angestiegene Auftragslage oder personelle Engpässen ein geordneter Betriebsablauf nicht mehr garantiert ist oder wenn es einem Arbeitnehmer nach Rückkehr aus längerer Krankheit rein rechnerisch nicht mehr möglich ist, seinen Resturlaub noch bis Ende des Jahres zu nehmen.
„Einzel- oder tarifvertraglich kann die Übertragungsmöglichkeit zugunsten des Arbeitnehmers erleichtert werden. Auch sind mir betriebsinterne, großzügigere Vereinbarungen aus der Unternehmenspraxis bekannt“, so Christl.
Sonderfall Langzeiterkrankung
Bei langanhaltender Erkrankung eines Arbeitnehmers kann es dazu kommen, dass dieser weder im Kalenderjahr noch im Übertragungszeitraum bis zum 31. März des Folgejahres den Urlaub antreten kann. In diesem Fall verfällt der Urlaub nicht zum 31. März des Folgejahres. Er verfällt spätestens jedoch nach Ablauf von 15 Monaten, beginnend mit dem Ende des jeweiligen Urlaubsjahres.
IHK Rechtstipp
„Wir empfehlen, Resturlaubstage baldmöglichst zu beantragen und noch bis zum 31. Dezember 2016 abzubauen. Ansonsten ist frühzeitig beim Arbeitgeber ein Antrag auf Übertragung des Resturlaubs in das erste Quartal 2017 zu stellen“, sagt die IHK-Arbeitsrechtsexpertin.