Konjunkturlage in Schwaben - Frühjahr 2017

Konjunktur: Wachstum ungebrochen, aber Wirtschaft braucht Fachkräfte

In der aktuellen Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2017 beurteilen 60 Prozent der Unternehmen die aktuelle Geschäftslage mit gut. Dieses Maß der Zufriedenheit stellt einen Höchstwert seit der Jahrtausendwende dar. Ursachen für die gute Stimmung sind einerseits eine starkwachsende Inlandsnachfrage und andererseits eine gute Absatzsituation auf den Auslandsmärkten.
Im Inland gewinnt die Nachfrage an Dynamik. Die Zinsen verharren auf niedrigem Niveau und die Einkommensverhältnisse haben sich auch dank eines erneuten Beschäftigungsanstieges weiter verbessert. Allein die wieder ansteigenden Energiekosten könnten die Konsumlaune dämpfen, wirken sich aber im Frühjahr 2017 noch nicht spürbar auf die Inlandsnachfrage aus.
Beim Außenhandel kann gerade Nordamerika ein starkes Wachstum verzeichnen. Die politischen Vorhaben des neuen US-Präsidenten werden zwar von 35 Prozent der Unternehmen als Risiko eingeschätzt, auf die Auftragsentwicklung hatte es aber im Frühjahr 2017 noch keine Auswirkungen. Über 40 Prozent der Unternehmen generierten auf dem nordamerikanischen Markt mehr Aufträge. Nach Einschätzung der regionalen Wirtschaft wird der Markt auch in den nächsten Monaten weiter stark wachsen. Eine ebenfalls positive Entwicklung gab es für die Handelssituation mit China. Nach einigen schwierigen Monaten stabilisiert sich der chinesische Außenhandel und wächst wieder. Fast ein Drittel der dort aktiven Unternehmen verzeichnet ein höheres Auftragsvolumen. Weiter- hin schwierig gestaltet sich die Absatzsituation im Raum Russland, Türkei und Ost-/Südosteuropa. Hier ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation keine Veränderung in Sicht.
In Europa werden die zunehmende Zersplitterung und Nationalisierungstendenzen in einigen Nachbarstaaten von 44 bzw. 43 Prozent der Unternehmen als wirtschaftliches Risiko eingestuft. Noch sind die Märkte aber stabil und die Auftragsvolumen konnten sowohl in der Eurozone wie auch in den restlichen EU-Staaten in den letzten Monaten gesteigert werden. Für die nächsten Monate rechnet die Wirtschaft aber mit einem etwas langsameren Wachstum in Europa.
Der Blick in die Zukunft ist optimistisch. Für die nächsten Monate erwarten 31 Prozent der Unternehmen eine weitere Verbesserung der guten Geschäftslage. Die Investitionen ziehen aber immer noch nur leicht an. Jedes fünfte Unternehmen plant mehr Personal einzustellen.
Der Arbeitsmarkt ist eine der größten Sorgen der Unternehmen. Die knappe Fachkräftesituation zählt für 58 Prozent der Unternehmen zu den größten Risiken, 40 Prozent nannten die Arbeitskosten als Risiko und jedes zweite Unternehmen sorgt sich über Einschränkungen der Arbeitsmarktflexibilität. Die aktuell niedrigen Arbeitslosenquoten und hohen Beschäftigtenzahlen unterstreichen die Einschätzung und verdeutlichen die Situation. Der Faktor Mensch wird die weitere Entwicklung der Konjunktur maßgeblich beeinflussen. Ein zunehmender Fachkräftemangel wird unweigerlich Wertschöpfungsverluste nach sich ziehen.