Gewappnet in die Existenz

Steuern für Existenzgründer

  1. Der Gewinn aus der unternehmerischen Tätigkeit muss versteuert werden. Zur Gewinnermittlung kann entweder die Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder die Bilanzierung/doppelte Buchführung herangezogen werden. Bei im Handelsregister eingetragenen Kaufleuten ist die Buchführung verpflichtend, bei anderen Gewerbetreibenden nur dann, wenn der Umsatz mehr als 600.000 € oder der Gewinn mehr als 60.000 € beträgt.
  2. Bei natürlichen Personen (z.B. Gewerbetreibende, Kaufleute) werden die Gewinne über die Einkommensteuer berücksichtigt. Juristische Personen (z.B. GmbH) werden über die Körperschaftsteuer verlangt.
  3. Jeder inländische Gewerbebetrieb unterliegt der Gewerbesteuer. Diese ist vom Ertrag des Unternehmens und den Gewerbesteuerhebesätzen der einzelnen Gemeinden abhängig. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften besteht ein Freibetrag von 24.500 €. Kapitalgesellschaften können einen solchen Freibetrag nicht geltend machen. Die Gewerbesteuer stellt keine Betriebsausgabe dar und mindert somit grundsätzlich nicht die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer. Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften können im Gegensatz zu Kapitalgesellschaften eine Steuerermäßigung im Sinne des § 35 ESTG geltend machen. Die Gewerbesteuer muss am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November per Vorauszahlung an die Gemeinde abgeführt werden, in der das Unternehmen angesiedelt ist. Nach Ende des Erhebungszeitraums ist beim zuständigen Finanzamt eine Steuererklärung einzureichen. Die geleisteten Vorauszahlungen werden auf die Steuerschuld angerechnet.
  4. Die Umsatzsteuer wird auf Umsätze erhoben, die ein Unternehmen im Rahmen seines Unternehmens erzielt. Neben den unterschiedlichen Steuersätzen gelten eine Reihe von Sondervorschriften, die von der Verpflichtung zur Umsatzsteuer befreien können. Dies gilt insbesondere bei Lieferungen ins EU- Ausland. Für Kleinunternehmer gilt eine Sonderregelung: Kleinunternehmer müssen dann keine Umsatzsteuer erheben, wenn der Umsatz im Jahr der Gründung voraussichtlich 17.500 € nicht übersteigt. Dies gilt auch für die Jahre nach der Gründung, wenn der Umsatz im Vorjahr 17.500 € nicht überstiegen hat und im laufenden Jahr 50.000 € nicht überschreiten wird.