Finanzielle Förderung von Gründungen

Gründungszuschuss für den Start

Gründungszuschuss
Arbeitnehmer, die durch die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit die Arbeitslosigkeit beenden, können zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung in der Zeit nach der Existenzgründung einen Gründungszuschuss erhalten. Rechtsgrundlage ist § 93 SGB III.
Wie viel Fördermittel erhalte ich?
Der Gründungszuschuss wird in zwei Phasen geleistet.
Förderphase I: Für sechs Monate erhalten Gründerinnen und Gründer pro Monat einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zur Sicherung des Lebensunterhaltes zuzüglich 300,- EUR monatlich.
Förderphase II: Für weitere neun Monate können 300,- EUR pro Monat zur sozialen Absicherung geleistet werden, wenn eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivität dargelegt wird. Die Förderphase II muss spätestens im sechsten Fördermonat der Förderphase I bei der Arbeitsagentur beantragt werden. Der Gründungszuschuss ist steuerfrei. Seit der Reform im Dezember 2011 ist er eine Ermessensleistung der Agentur für Arbeit. Diese prüft in erster Linie, ob die individuelle Arbeitsmarktlage eine Vermittlung in eine abhängige Beschäftigung ermöglicht.
Wer erhält den Gründungszuschuss?
Der Gründungszuschuss kann geleistet werden, wenn der Arbeitnehmer in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit: einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I von mindestens 150 Tagen hat.
Achtung: Ein direkter Übergang von Beschäftigung in eine geförderte Selbstständigkeit ist nicht möglich.
• Die Tragfähigkeit der Existenzgründung nachweist.
• Seine Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbstständigen Tätigkeit darlegt.
• Eine Beschäftigung ausgeübt hat, die als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gefördert worden ist.
• Die Gründung muss im Haupterwerb erfolgen und einen Arbeitsumfang von mindestens 15 Stunden pro Woche aufweisen.
• Arbeitnehmer, die ohne wichtigen Grund ihr bestehendes Arbeitsverhältnis selbst kündigen, erhalten für die Dauer von drei Monaten keine Förderung.
• Die Förderleistung wird nur bis zum 65. Lebensjahr des Selbstständigen gewährt.
• Ein noch bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld wird während der Förderung durch den Gründungszuschuss aufgebraucht.
Ausnahme: Es ergibt sich ein neuer Anspruch durch den Abschluss der freiwilligen Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung. Der Antrag auf freiwillige Weiterversicherung muss  spätestens innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit bei der örtlichen Agentur für Arbeit gestellt werden.
Hinweis für ALG II-Empfänger:
Wer Arbeitslosengeld II bezieht und sich selbstständig machen möchte, kann beim für ihn zuständigen Jobcenter ein Einstiegsgeld beantragen.
Wie erlange ich den Gründungszuschuss?
Die Leistung muss bei der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden, dort erhalten Sie auch die erforderlichen Formulare. Auf die Leistung besteht kein Rechtsanspruch.
Im Rahmen des Verfahrens ist eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle über die Tragfähigkeit der Existenzgründung vorzulegen. Je nach Branche sind fachkundige Stellen die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände, Kreditinstitute, Sonstige (z.B. Steuerberater/ Wirtschaftsprüfer/ Unternehmensberater). Die IHK Schwaben berechnet 75 Euro für die Stellungnahme. Bei Teilnahme an einem IHK Gründertag erhalten Sie einen Gutschein in Höhe von 20 Euro. Damit reduziert sich der Preis für die Stellungnahme auf 55 Euro.