6. April 2017

IHK-Fachkräftetag 2017

Wie Firmen und qualifizierter Nachwuchs besser zusammenfinden
Dass Unternehmen über Fachkräftemangel klagen, liegt nicht nur an den immer kleineren Schulabgänger-Jahrgängen. Unternehmenskultur und Prägung der Jugendlichen passen oft nicht mehr zusammen. Einem altmodisch erscheinenden Jobanbieter zeigen junge Leute die kalte Schulter. Beim 5. Fachkräftetag der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Schwaben hieß es daher: Firmen müssen sich als Arbeitgeber attraktiver machen.
Aber das allein ist nicht die Lösung. Die Referenten betonten auch, das Unternehmen müsse als „Leitplanken“ für die Belegschaft Arbeitsgrundsätze vorgeben. Einig waren sie sich, dass die Generationen, wie auch der Chef oder Personalchef und seine Angestellten, mehr voneinander erfahren und besser miteinander ins Gespräch kommen müssen.
Das Problem des leergefegten Arbeitsmarkts registriert die IHK schon seit längerem. Laut dem stellvertretenden IHK-Präsidenten Christian Dierig gaben in der jüngsten Konjunkturumfrage 52 Prozent der Firmen Schwierigkeiten wegen Personalmangels an. Gemäß dem Fachkräftemonitor Bayern sind in Schwaben derzeit 19 000 Stellen unbesetzt, vor allem in kleineren Unternehmen.
Weil sie sich ihre Stelle oft aussuchen können, haben Jüngere keinen Anpassungsdruck, sagte die Betriebswirtschaftlerin und Spezialistin für Personalmanagement, Prof. Jutta Rump. Und die nach 1985 Geborenen, die sogenannte Generation Y, sind anders geprägt als die Älteren, insbesondere die Babyboomer, die vor 1970 zur Welt kamen. Dazwischen liegt die Generation X.
Leistungsbereitschaft leitet die Generation Y nicht von Disziplin und Fleiß ab, sondern zeigt sie nur dann, wenn ihr die Arbeit Spaß macht. Sie will Beruf und Familie vereinbaren, verzichtet dafür auch auf Karriere und verlässt eine Firma, wenn sie es anderswo schöner findet.
Aber der Soziologe Prof. Werner Widuckel, der an der Uni Erlangen-Nürnberg die Audi-Lehrprofessur für Personalmanagement innehat, ist der Ansicht, die Firma müsse sich nicht allem anpassen, sondern Anpassung auch vom Mitarbeiter verlangen. Gemeinsame Werte müssten festgehalten werden, warnte er, sonst sei „die Individualisierung nicht zu managen“.
Vorträge - IHK-Fachkräftetag 2017
 
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