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Wirtschaftsstandort Schwaben
(PDF, 2.020 KB) (Dokument-Nr.: 84063)
SIEBEN BRÜCKEN
Herausforderungen für den Produktionsstandort Schwaben
„Schwaben konnte sich vor allem durch seine ausgeprägte Stärke als Produktionsstandort im Wettbewerb der Regionen behaupten“, so IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton bei der Präsentation des Zukunftsprogramms „Sieben Brücken zum Erfolg“. Ausgehend von den bisherigen Erfolgen, hat die IHK Schwaben ein Programm aus „Sieben Brücken“ aufgelegt, die den Wirtschaftsstandort Schwaben in eine erfolgreiche Zukunft führen sollen. Neben den „Sieben Brücken“ identifiziert das langfristig ausgelegte Programm, Herausforderungen, die Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in den nächsten zehn Jahren gemeinsam angehen sollten. Nur durch ein koordiniertes Vorgehen aller Akteure könne man die Erfolgsgeschichte des Produktionsstandortes weiterführen, so Kopton. Um ein Zusammenspiel aller Akteure zu erreichen, stellte Kopton das Gesamtkonzept 2020 Mitte März anlässlich der Veranstaltung „Stark am Standort Bayern“ dem Bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil vor.
Außerdem fasste Kopton Anfang Juli in einer Botschaft via Film das aktuelle wirtschaftliche Geschehen Bayerisch-Schwabens zusammen und zieht somit seine persönliche „Halbzeitbilanz“. Den Film können Sie jederzeit in unserer Mediathek (siehe Link auf der rechten Seite) ansehen.
Worum handelt es sich nun bei den sieben Brücken, die Schwabens Erfolg langfristig sichern sollen? Das ist zunächst die Konzentration auf Wachstumsfelder. Dabei ist die erste Brücke „Innovation“ entscheidend. Eine hohe Innovationsbereitschaft und eine stetig wachsende Technologieorientierung kennzeichnen den Standort. Besonders stark ist Schwaben beim Thema Ressourceneffizienz, das die Klammer für die Technologien Faserverbund, Umwelt- und Informationstechnologie sowie Mechatronik bildet. Im Allgäu finden besonders innovative Entwicklungen im Bereich Lebensmittel- und Verpackungsindustrie statt, erklärte IHK-Präsident Dr. Andreas Kopton. Auch der AUGSBURG Innovationspark sei auf einem guten Weg. Allerdings, fügte IHK Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank an, gebe es auch im Bereich Innovation einige Risiken. „Es ist wichtig, dass die angesiedelten Fraunhofer Arbeitsgruppen schnell zu Fraunhofer-Instituten umgewandelt werden.“ Mit Sorge sieht Saalfrank die Pläne ein Fraunhofer-Institut für Energieeffizienz in Unterfranken anzusiedeln. „Wir müssen Schwaben als das bayerische Zent-rum für Umwelttechnik bewahren“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Die zweite Brücke ist eng verbunden mit der Bedeutung der Industrie für den Standort. Aufgrund der schwäbischen Stärke im Produktionssektor konnten sich viele industrienahe Dienstleistungen entwickeln. So wurden hier, laut Dr. Peter Lintner, Geschäftsfeldleiter Standortpolitik bei der IHK, „englische Verhältnisse“ vermieden.
Die dritte Brücke, qualifizierte Fachkräfte ist entscheidend für die Zukunft der Region. „Bis vor wenigen Jahren haben wir versucht Menschen in Arbeit zu bringen. Jetzt suchen wir die Menschen“, so der IHK-Präsident. „Die Region braucht gute, dezentrale Weiterbildungsangebote und gute Hochschulen. Die Aus- und Weiterbildung müsse zudem stärker mit dem Bereich Innovation verknüpft werden. Daher arbeitet die IHK an der Entwicklung eines Ausbildungsganges im Bereich Faserverbund.“
Die vierte Brücke ist die zentrale Lage zwischen den Metropolregionen München und Stuttgart. Diese Zentralität sei, so Kopton, eine große Chance. Sie bringe aber auch Herausforderungen besonders beim Infrastrukturausbau. „Bringt Strom in das Allgäu“ und „Wir brauchen Stuttgart 21“, forderte der IHK-Präsident. Die Elektrifizierung der Bahnlinien im Allgäu sei Grundvoraussetzung für die Anbindung zum Gotthard-Tunnel. Auch die Verzögerungen beim A8-Ausbau bereiten ihm große Sorgen für die Zukunft von Schwabens zentraler Lage.
Die fünfte Brücke ist die Rohstoff- und Energieversorgung. „Wir brauchen Kostensicherheit, müssen uns aber auch Gedanken über neue Rohstoffe machen“, so Kopton. Saalfrank fügt hinzu: „85 Prozent des Industriestroms in Schwaben kommt aus Grundremmingen. Was passiert, wenn das Kraftwerk früher oder später vom Netz geht?“
Die sechste Brücke sind die Familienunternehmen. „Sie bilden den Großteil der Jugendlichen aus und sind die Heimat des „ehrbaren Kaufmannes‘“, so Saalfrank.
Die letzte Bücke „Freizeitwert“ ist für einige vielleicht unerwartet, meint der IHK-Präsident: „Kultur, Sportangebote und eine schöne Natur – das haben wir alles und das ist wichtig für den Standort. Nur so gewinnen wir Menschen für unsere Region“, schlägt Kopton den Bogen zur Fachkräftesicherung. Freizeitangebote seien wichtig, um gut ausgebildete Menschen in der Region zu halten
